Kodex 100Pro

Ein 100PRO Ausbildungsbetrieb verspricht die folgenden Voraussetzungen zur Sicherstellung einer qualifizierten Ausbildung für Veranstaltungskaufleute und Fachkräfte für Veranstaltungstechnik zu erfüllen:

 

Das Unternehmen/ die Ausbildungsabteilung …

  • versteht sich als Teil der Veranstaltungswirtschaft und bezieht einen wesentlichen Teil seines Haupterwerbs aus der Planung, Organisation und/ oder der Durchführung von Veranstaltungen.
  • verfügt über einen Mitarbeiter mit Ausbildereignung. Dieser oder der beauftragte/ zuständige Ausbildende muss über eine zur Vermittlung der vorgeschriebenen Lerninhalte hinreichende Erfahrung im Veranstaltungsgeschäft verfügen. Zur Ausbildung von Fachkräften für Veranstaltungstechnik kann der Betrieb einen Kollegen mit der Qualifikation als Elektrofachkraft vorweisen.
  • weist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen qualifiziertem Fachpersonal und Auszubildenden auf. Der Betrieb sollte nicht mehr Auszubildende als qualifiziertes Fachpersonal beschäftigen. Auszubildende werden nicht als kostengünstige Arbeitskräfte gesehen.
  • hält sich an die gesetzlichen Vorschriften wie, z.B. das Arbeitsschutz- und Arbeitszeitgesetz sowie das Jugendschutzgesetz. Der Betrieb stellt die notwendige PSA (Persönliche Schutzausrüstung) und ermöglicht den regelmäßigen Schulbesuch der Auszubildenden.
  • verpflichtet sich zur Vermittlung der im Ausbildungsrahmenplan festgelegten Ausbildungsinhalte.
  • legt der Ausbildung einen betrieblichen Ausbildungsplan zugrunde. Der Auszubildende erhält eine Einarbeitung, Ausbildungsziele werden definiert und alle relevanten Inhalte werden, ggf. in verschiedenen Abteilungen oder gemeinsam mit Partnern, vermittelt.
  • führt Lehrunterweisungen durch. Dazu zählen die methodische Vermittlung aller Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse, die zur Erfüllung einer bestimmten Arbeitsaufgabe notwendig sind sowie die dafür erforderlichen Verhaltensweisen und entsprechendes Verantwortungsbewusstsein.
  • geht bei Bedarf Kooperationen mit anderen Partnern ein, sofern aufgrund der Betriebsausrichtung oder fehlendem Fachpersonal nicht alle Bereiche der Ausbildung eigenständig abgedeckt werden können.
  • nutzt die Initiative 100PRO als Impulsgeber, Ansprechpartner und Sprachrohr, um die Ausbildung in der Veranstaltungswirtschaft insgesamt qualitativ zu verbessern, sowohl von betrieblicher als von auch schulischer Seite.

(Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die Formulierung ausdrücklich beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit die männliche Form gewählt ist.)

Leitlinien: Veranstaltungskaufmann/-frau

1. Schwerpunkt der Ausbildung ist die Planung, Organisation, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen
Veranstaltungskaufleute planen, organisieren und führen Veranstaltungen aller Arten und Größenordnungen durch. Sie arbeiten unter anderem bei Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft, die z.B. auf Messen, Kongresse, Konzerte, Events oder Sportveranstaltungen spezialisiert sind. Voraussetzung für den Erfolg der Ausbildung ist das Vermitteln der Vielfalt der beruflichen Aufgaben wie die Raum- und Programmplanung, Beauftragung von Veranstaltungstechnik, Catering, Stage Design sowie weitere Dienstleistungen wie Reise- und Übernachtungsplanung, Künstlerbuchungen und vieles mehr.

 

2. Kaufmännische Grundlagen, Kalkulation, Buchhaltung, Controlling
Die Vor- und Nachkalkulation von Veranstaltungen ist entscheidender Bestandteil der Ausbildung. Kostenarten, Kostenstellen, Budgetverwaltung und Grundzüge des Controllings müssen zwingend vermittelt werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Erfassung und Dokumentation der Geschäftsfälle im Rahmen der Buchhaltung eine wichtige Voraussetzung, um die wirtschaftliche Situation des Unternehmens beurteilen zu können.

 

3. Dienstleistungsqualität
Veranstaltungskaufleute sind „Möglichmacher“. Eine Schlüsselkompetenz besteht im Erkennen von Kundenwünschen und der Fähigkeit, darauf professionell zu reagieren. In der Ausbildung wird unter anderem gelehrt, wie man als Dienstleister partnerschaftlich mit seinem Kunden Lösungen findet.

 

4. Marketing & Kommunikation
Marketing und Kommunikation sind wesentliche Lerninhalte der Ausbildung. Ob Öffentlichkeitsarbeit, Verkaufsförderung oder Imagepflege – es geht darum, Mitbewerber und Märkte zu kennen sowie Marketing- und Kommunikationsinstrumente zielgerichtet einzusetzen. Stärken und Schwächen zu analysieren und sein Produkt diesen Parametern anzupassen, sind entscheidende Faktoren im Wettbewerb von morgen.

 

5. Grundlagen der Veranstaltungstechnik
Veranstaltungskaufleute benötigen ein gutes Grundlagenwissen über die Veranstaltungstechnik, um die Belange der technischen Gewerke verstehen zu können. Wie viel Zeit wird zum Beispiel zur Umgestaltung eines Saales benötigt, welche Grundbegriffe verwenden die technischen Gewerke wie Lichttechnik, Bühnentechnik oder auch AV-Medientechnik und was verbirgt sich unter anderem hinter den Zeichen der technischen Pläne für Bühne, Licht, Ton und Netzwerk.

 

6. Rechtliche Rahmenbedingungen
Veranstaltungskaufleute koordinieren die verschiedenen Gewerke einer Veranstaltung und tragen somit die Auswahlverantwortung. Um die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen rankt sich jedoch eine Fülle rechtlicher Rahmenbedingungen. Die Missachtung branchenrelevanter steuer-, abgaben-, versammlungs- oder ordnungsrechtlicher Vorschriften kann eine inhaltlich erfolgreiche Veranstaltung schnell zu einem Desaster werden lassen und erhebliche wirtschaftliche, finanzrechtliche, steuerrechtliche, schlimmstenfalls sogar Personenschäden zur Folge haben. Daher müssen Veranstaltungskaufleute über ein breites Wissen und Verständnis der branchenrelevanten Rechtsvorschriften verfügen, die ihnen in der Ausbildung praxisnah vermittelt werden.

 

7. Umgang mit Kommunikationsmitteln (Soft- & Hardware)
Der professionelle Umgang mit Kommunikationsmitteln des 21. Jahrhunderts ist in den verschiedenen Bereichen der Veranstaltungsplanung unerlässlich. Dazu gehören z.B. Systeme für Ticketing, Projektmanagement, Raumverwaltung und Kommunikation.

 

8. Persönlichkeitsbildung, soziale Kompetenz, Soft Skills
Zeitmanagement, effizientes Arbeiten, Teamwork und Empathie sind zum Thema Persönlichkeitsbildung nur einige Stichworte. Die Veranstaltungsbranche braucht weltoffene, kommunikative und lösungsorientierte Menschen, die Spaß an ihrer Arbeit haben – auch dies gilt es zu vermitteln.

 

9. Projektmanagement
Das komplexe Gebilde einer Veranstaltung besteht aus einer Vielzahl von Arbeitsabläufen unterschiedlicher Länge und Priorität. Jede Veranstaltung ist in ihren Rahmenbedingungen einzigartig, deshalb ist es unerlässlich, dass die Instrumente und Methoden des Projektmanagements vermittelt werden. Nur wenn Auszubildende die Verantwortung für die Organisation von Arbeitsabläufen übertragen bekommen, können sie lernen im Rahmen des Projektmanagements Prioritäten zu setzen.

 

10. Verpflichtung zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte – wenn nötig im Ausbildungsverbund
Nicht jeder Ausbildungsbetrieb kann alle im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Lerninhalte im eigenen Unternehmen vermitteln. Um die Ausbildung dennoch im vorgeschriebenen Umfang zu gewährleisten, sollte auf das Know-How von Partnern zurückgegriffen werden. Verantwortungsbewusste Ausbilder ermöglichen den Austausch mit anderen Ausbildungsbetrieben, um z.B. Bereiche wie Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing oder Veranstaltungstechnik vollständig abbilden zu können.

Leitlinien: Fachkraft für Veranstaltungstechnik

1. Schwerpunkt der Ausbildung ist die technische Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen
Fachkräfte für Veranstaltungstechnik entwickeln Technikkonzepte und planen den Einsatz technischer Anlagen für Veranstaltungen, die sie auch aufbauen und bedienen. Sie betreuen den technischen Ablauf einer Veranstaltung und wirken bei der Durchführung aktiv mit.
Egal ob Tagungen und Kongresse, Messen und Präsentationen, Konzerte, Theaterproduktionen oder weitere Events aller Art – diese stehen im Mittelpunkt der Ausbildung. Die Größe der durchgeführten Events ist hier weniger entscheidend als die Möglichkeit, dem Auszubildenden die gesamte Komplexität von Veranstaltungen nahe zu bringen: Gegebenheiten und Infrastruktur von Veranstaltungsorten, Sicherheit, Energieversorgung, Licht-, Ton- Bühnen- und Medientechnik, Spezialeffekte, Planung / Organisation / Koordination von Arbeitsabläufen, Dokumentation von Veranstaltungsabläufen.

 

2. Konzipieren von Veranstaltungen – aus technischer Sicht
Das technische Konzipieren sowie die Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen sind wichtige Bestandteile der Ausbildung. Fachkräfte für Veranstaltungstechnik lernen auch, wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen, Auftraggeber zu beraten und sich mit ihnen abzustimmen.

 

3.    Sicherheit von Veranstaltungen und Produktionen
Bei immer komplexeren Veranstaltungen mit vielen Beteiligten und Besuchern besteht das Risiko, dass Personen-, Sach- oder Finanzschäden eintreten. Bereits im Vorfeld muss darauf geachtet werden, das Risiko richtig einzuschätzen und alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Deshalb müssen Fachkräfte für Veranstaltungstechnik die Gegebenheiten und die Infrastruktur von Veranstaltungsorten im Hinblick auf die Durchführbarkeit von Veranstaltungen und einzusetzender Technik beurteilen, die relevanten Vorschriften und Bestimmungen für die technischen Aufbauten beachten, sowie die Funktionsfähigkeit von Sicherheitseinrichtungen gewährleisten.

 

4. Energieversorgung
Das Errichten mobiler technischer Anlagen der Veranstaltungstechnik aber auch die Organisation und Prüfung der Energieversorgung sind wichtige Bestandteile der Ausbildung. Für Fachkräfte für Veranstaltungstechnik ist es unerlässlich zu lernen, welche Sicherheitsregeln beim Arbeiten an elektrischen Anlagen zu beachten sind, wie Stromkreise festgelegt, Leitungen und Verteilungseinrichtungen ausgewählt und angeschlossen werden und wie sie die Wirksamkeit von Schutzeinrichtungen prüfen. Diese Inhalte können im Betrieb nur von qualifizierten Elektrofachkräften vermittelt werden.

 

5. Licht-, Ton-, Bühnen- und Medientechnik
Fachkräfte für Veranstaltungstechnik wählen technisches Equipment – auch nach gestalterischen Gesichtspunkten – aus, bauen dieses auf, schließen es an, sichern und bedienen es und bauen es auch wieder ab. Sie prüfen die Funktion und Sicherheit der temporären Aufbauten sowie der Systeme und bedienen diese bei Proben und Veranstaltungen.

 

6. Umgang mit Kommunikationsmitteln (Soft- & Hardware)
Der professionelle Umgang mit dem PC und den Kommunikationsmitteln des 21. Jahrhunderts ist unerlässlich. Excel, Word und Powerpoint gehören auch bei Fachkräften für Veranstaltungstechnik mindestens dazu, ergänzt durch Kenntnisse von spezieller Software, z.B. der Warenwirtschaft oder CAD-Anwendungen. Auch Grundkenntnisse der Netzwerktechnik sind immer in der Technik elementar.

 

7. Persönlichkeitsbildung, soziale Kompetenz, Soft Skills
Zeitmanagement, effizientes Arbeiten, Teamwork und Empathie sind zum Thema „Persönlichkeitsbildung“ nur einige Stichworte. Die Veranstaltungsbranche braucht weltoffene, kommunikative und lösungsorientierte Menschen, die Spaß an ihrer Arbeit haben – auch dies gilt es zu vermitteln.

 

8. Durchführen von Projekten: technische Planung und Durchführung von Veranstaltungen
Das komplexe Gebilde einer Veranstaltung besteht aus einer Vielzahl von Arbeitsabläufen der unterschiedlichsten Beteiligten. Jede Veranstaltung ist in ihren Rahmenbedingungen einzigartig, deshalb ist es unerlässlich, dass Events auch im Ganzen durchgeführt werden.
Dazu gehören insbesondere das Planen, Koordinieren, Umsetzen und Abschließen veranstaltungstechnischer Projekte im eigenen Arbeitsbereich.
Nur, wenn Auszubildende eigenständig die Organisation und Durchführung übertragen bekommen, können sie lernen, Prioritäten zu setzen. Hier ist bei den Fachkräften für Veranstaltungstechnik auch die Überprüfung von Anlagen und Aufbauten sowie das Einweisen der Beteiligten vor Veranstaltungsbeginn relevant. Ebenfalls ist das Anfertigen von entsprechenden Protokollen sowie die Dokumentation des Projektablaufs eine wichtige Kompetenz.

 

9. Verpflichtung zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte – wenn nötig im Ausbildungsverbund
Nicht jeder Ausbildungsbetrieb der Veranstaltungswirtschaft kann die Vermittlung aller geforderten, relevanten Ausbildungsinhalte im eigenen Unternehmen realisieren und muss daher auf das Know-How von Partnern zurückgreifen. Verantwortungsbewusste Ausbilder ermöglichen den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Ausbildungsbetrieben, um zum Beispiel szenische Beleuchtung, Elektrotechnik oder Rigging abbilden zu können.